Menschen, die einen Angehörigen pflegen, bewältigen in ihrem Alltag große Herausforderungen. Sie führen einerseits ihr eigenes Leben und helfen andererseits dem pflegebedürftigen Menschen bei der Verrichtung alltäglicher Aktivitäten wie z. B. beim Aufstehen, Waschen, Ankleiden, Essen. Sie haben die Aufgabe, für die Lebensqualität des pflegebedürftigen Menschen und für die eigene Gesundheit zu sorgen. Diese Doppelrolle kann leicht zu einer Überforderung werden und die Gesundheit aller Beteiligten beeinträchtigen.

Kinaesthetics geht davon aus, dass die Unterstützung eines pflegebedürftigen Menschen dann gesundheits- und entwicklungsfördernd ist, wenn sie ihn in seinen eigenen Bewegungsmöglichkeiten, in seiner Eigenaktivität und Selbstwirksamkeit unterstützt. Eine Voraussetzung dafür ist die Bewegungskompetenz der pflegenden Personen.

Auf unserer Website haben wir vielfältige Informationen für pflegende Angehörige zusammengetragen. Hier erfahren Sie mehr über:

  • Kinaesthetics und das Programm «Kinaesthetics Pflegende Angehörige»
  • konkrete Bildungs- und Unterstützungsangebote wie «Häusliche Schulungen»
  • Kinaesthetics-TrainerInnen in Ihrer Nähe
  • Finanzierungsmöglichkeiten und Rahmenbedingungen
  • hilfreiche Informationen und Links
  • Fotoserien und Videos mit Anregungen dazu, wie Sie alltägliche Aktivtäten gestalten können
  • Erfahrungsberichte von pflegenden Angehörigen
  • und vieles mehr

 


 

Vom Liegen zum Sitzen auf die Bettkante

in einem beugenden Bewegungsmuster
  15.04.20 
Kinaesthetics Pflegende Angehörige

Um sich vom Liegen anstrengungsarm an die Bettkante zu setzen, kann es hilfreich sein, sich seiner körperlichen Strukturen bewusst zu werden.
Nehmen Sie im Liegen wahr, wie Sie Ihr Gewicht über die stabilen Knochen der Massen Kopf, Brustkorb, Becken, Arme und Beine an die Unterlage abgeben. Die Muskeln in den Zwischenräumen Hals, Taille, Achseln und Leisten ermöglichen die Bewegung der stabilen Massen.

Diese Bilderreihe kann eine Idee geben, wie das Gewicht der einzelnen Massen durch Beugen und Drehen über die stabilen Knochen geleitet werden kann. Dadurch kann immer wieder eine Pause eingelegt werden, um sich auszuruhen. Die Muskeln müssen so das eigene Gewicht nicht übermäßig tragen, so dass das Aufsetzen mit wenig Anstrengung gelingen kann.

In einer weiteren Bilderreihe wird ein Weg vom Liegen zum Sitzen an die Bettkante in einem streckenden Bewegungsmuster beschrieben.

sich wahrnehmen - die unterschiedlichen Bewegungsrichtungen jeder Masse erfahren
sich auf die Seite drehen - die Beine unterstützen die Bewegung des Beckens, die Arme die Bewegung des Brustkorbes
Bewegungsrichtungen des Brustkorbes, des Beckens und des Kopfes bewusst wahrnehmen - und Dreh- und Beuge-Richtungen suchen
Kopf und Brustkorb beugen lassen und drehen - die Arme stützen diese Bewegungsrichtungen im Brustkorb
die Arme begleiten diese Drehbewegung - ein langsamer und drehender Weg zum Sitzen
das Gewicht wird auf beide Körperseiten verlagert
sich mit den Armen abstützen - und sich in der Bewegung ausbalancieren
sich im Sitzen positionieren